Über Nacht an der Westseite der Palliser Bay

Wieder eines meiner vorab geplanten Etappenziele im Süden der Nordinsel Neuseelands. Ich liebe diese ruhigen abgelegenen Plätze. Die Wege zu solchen Orten sind jedoch oft abenteuerlich. Die Corner Creek Campsite, an der Westseite der Palliser Bay, ist so ein Ort. Schon der Weg dorthin sagt dir, dass hier nicht jeder Tourist hinkommt.

Von Featherston aus fährst du an der Westseite des Lake Wairarapa entlang zur Palliser Bay. Jetzt musst du nur noch rechts abbiegen um auf der Ocean Beach Road zwischen dem Pazifik und den Bergen der Rimutaka Range zum Campingplatz zu gelangen.
An einem steilen Hang führt die Piste runter, über die letzte Brücke am Wharekauhau Stream. Jetzt geht es auf der Gravelroad direkt neben dem Strand weiter.

Durch drei Flussläufe am Strand entlang

Weit-weg.reisen, Palliser Bay bei Corner Creek 4Ja, der abgelegene Campingplatz ist schon etwas schwieriger zu erreichen. Die letzten, zirka, drei Kilometer musst du über die Schotterpiste neben dem Pazifik und dabei drei Flussläufe durchfahren. Brücken? Fehlanzeige.

Hier sieht der Weg wohl nach jedem Regen anders aus und die zwei kleineren führen wohl überhaupt nur Wasser, nachdem es geregnet hat.
Ich kenne ähnliche Wege noch aus meiner Zeit im Ural. Also anvisieren wo die beste Stelle ist, und mit Schwung durch. Ja nach Fahrzeug, Wetterlage und/oder Wassermenge sollte man das Risiko aber schon richtig einschätzen.

Hast du das richtige Fahrzeug und das Wetter der letzten Tage war nicht zu regnerisch, ist der Schotterweg jedoch passierbar. Und ein paar Einheimische Fischer mit ihren Allradpickups sind im Notfall auch meistens in der Nähe.
Der letzte Flusslauf ist der Corner Creek. Danach kommt gleich der Campingplatz, der sich gut im Wald versteckt.
In der Galerie unter dem Artikel findest du einige Bilder, die dir einen Eindruck von der Campsite am Corner Creek geben.

Campingplatz Corner Creek, unter Bäumen, vor Wind geschützt

Weit-weg.reisen, Corner Creek Campsite 9Du parkst oder zeltest hier unter Bäumen und kannst die Nacht vor Wind geschützt verbringen. Die Anlage ist sehr sauber und macht einen gepflegten Eindruck. Etwas nervig waren wieder mal die Sandfliegen, aber die waren verschwunden als es schließlich dunkel war. Wie immer also.

Es war nicht viel los. Eine Gruppe Radfahrer hatte die Zelte aufgeschlagen und ein alter Golf stand ein paar Meter von mir entfernt. Von dort glaubte ich deutsche Wortfetzen zu hören. Es stellte sich heraus dass hier zwei Jungs ihre Zeit nach dem Abi nutzten um eine Neuseelandrundreise zu machen.

Das Fahrzeug haben sie einfach gekauft, nachdem sie es mit einem Preisschild am Straßenrand stehen sahen. So geht’s auch und je nachdem wie lange du in Neuseeland bleiben willst lohnt sich das bestimmt.

Der richtige Weg ist es auf jeden Fall, sich in der Jugend die Welt anzusehen, Optionen auszuloten und herauszufinden was man machen will, denke ich. Gerechnet hatte ich allerdings nicht damit, hier, „am Rand der Welt“ auf Landsleute zu treffen.

Der Wild Coast Track – Natur pur

Weit-weg.reisen, Corner Creek Campsite 1Gleich hinter dem Campingplatz beginnt ein Wanderweg. Der Wild Coast Track ist schon ganz schön lang. Das ist schon eine Tageswanderung. Die unberührte Natur der Rimutaka Range ist jedoch traumhaft. Ich bin nur zirka 2 Kilometer auf dem Track gelaufen, habe aber wieder Momente erlebt an die ich mich immer erinnern werde.

Der undurchdringliche Urwald der Rimutaka Range reicht bis zum Strand. Das Rauschen des Pazifiks und die fast schon gespenstische Stille zwischen einzelnen Geräuschen aus dem Wald, regten wieder meine Phantasie an.

Es ist ein Genuss, solche Gedanken zuzulassen. Das Gefühl allein zu sein, aus der Zeit zu fallen, in eine Zeit vor tausenden Jahren.
Kommt jetzt jeden Moment ein Dinosaurier aus dem Wald? Bin ich allein in einer vollkommen anderen Welt?

Neuseeland kam Millionen von Jahren ohne uns Menschen zurecht. Erst vor zirka 800/900 Jahren wurden die beiden Inseln von den Māori von Polynesien aus besiedelt. Also braucht man sich ja gar nicht so weit zurückzudenken.

Für diese Momente bin ich Neuseeland besonders dankbar. Jedes Mal wieder. Oft versuche ich auf meinen Reisen solche Orte zu finden und genieße es, die scheinbare Unberührtheit zu erleben.

Laid Back and Enjoy sagt der Kiwi.
Belohnt wird man am Ende der Strecke immer. Und wieder war da das Gefühl, Neuseelands Natur hautnah zu erleben.

Die Gegensätze zu meinem nächsten Ziel konnten auch nicht viel größer sein, denn am nächsten Tag stand Wellington auf meinem Plan. Zurück in die Zivilisation und dann gleich in die Hauptstadt, mmmhhh… ich freute mich darauf, die coolste kleine Hauptstadt der Welt zu sehen und zu erleben.

Auf dem Weg und in der Nähe der Corner Creek Campsite, an der Westseite der Palliser Bay, hatte ich auch noch andere Erlebnisse über die du hier nachlesen kannst.

Einsame Nebenstraßen auf Neuseelands Nordinsel
Etappenziele auf der Nordinsel Neuseelands
Putangirua Pinnacles und Cape Palliser

Ich liebe Neuseeland.
Doch dazu mehr im nächsten Artikel.
Hier sind noch die Videos und die Bildergalerie zum Beitrag.

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